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Dr.-Ing. Daniel Thomae

Talbot-Lithografie und deren Anwendung zur Realisierung eines Kreuz-Echelle-Spektrometers

Betreuer: Prof. Brunner

Kooperierende Universität: TU Ilmenau

Disputation: 29.06.2020

Warum haben Sie sich nach Ihrem Studienabschluss entschieden zu promovieren?

Es war hauptsächlich der Wunsch einer weiter gehenden Vertiefung der fachlichen Ausbildung über das Niveau des Masterstudiums hinaus, gepaart mit einer Portion Neugier.

Womit haben Sie sich in Ihrer Promotion beschäftigt?

Ich habe ein neues Spektrometerkonzept entwickelt. Das ist z.B. nützlich, um die Elementzusammensetzung (Kohlenstoff, Aluminium, Eisen, …) unbekannter Materialien zu bestimmen. Hierfür erhitzt man winzig kleine Probenstückchen bis zum Plasmazustand und analysiert das davon ausgestrahlte Licht mit einem Spektrometer hinsichtlich seiner „Farbzusammensetzung“. Stark vereinfacht, wird so ermittelt, wie viel blaues, grünes und rotes Licht darin enthalten ist. Mein Beitrag besteht in einer neuen optischen Mikrostruktur, welche es erlaubt, einen einfachen und robusten Aufbau beizubehalten und trotzdem einen großen Lichtbereich mit hoher Wellenlängenauflösung simultan aufzuzeichnen. Dieser Miniaturisierungsschritt könnte es perspektivisch ermöglichen, dieses Verfahren auch unter sehr rauen Umgebungsbedingungen abseits des klassischen Labors anzuwenden.

Was war für Sie während der Promotion die größte Herausforderung? Und was waren die Highlights in dieser Zeit?

Die größte Herausforderung war das strukturierte Überführen der entstandenen Gedanken und Neuerungen in Englisch-sprachige Fachartikel und später die Dissertationsschrift. Positiv habe ich die sehr freie Arbeitsatmosphäre sowie die sehr auf die praktische Umsetzung orientierte Arbeitsweise in meiner Arbeitsgruppe und den offenen Austausch mit Doktoranden und Kollegen im Fachbereich SciTec zu schätzen gelernt. Weiterhin, und das ist kein Scherz, finde ich die technische Infrastruktur an der Fachhochschule sehr nützlich. Der Reinraum ist exzellent und der Gerätepark besteht zum Gutteil aus soliden Geräten. Zugegeben sind die selten top aktuell, jedoch hinreichend erprobt, um nicht mit ständig neuen Kinderkrankheiten von der kreativen Arbeit am eigentlichen Forschungsthema abzuhalten.

Was würden Sie im Rückblick anders machen?

Ich habe zu viel Zeit (und Strom) für Simulationen verbraucht, die am Ende wenig zur Verbesserung des praktisch erreichten Ergebnisses beigetragen haben. Es wäre besser gewesen, diese Zeit im Labor zu verbringen.

Wie geht es für Sie nach dem Promotionsabschluss beruflich weiter?

Ich bin aufgrund des während der Promotion erlangten Könnens bei einer ortsansässigen Firma angestellt und beschäftige mich weiterhin mit mikrooptischen Komponenten sowie deren Einsatz in optischen Gesamtsystemen.

Welche Tipps würden Sie angehenden Doktorand*innen an der EAH mit auf den Weg geben?

Zumindest für Ingenieure ist es immanent nützlich, geplante Experimente so früh wie möglich in einem simplen Vorversuch praktisch durchzuspielen. Die Ergebnisse sind selten abseits der eigenen Arbeitsgruppe vorzeigbar, jedoch erkennt man so oft frühzeitig grundsätzliche Probleme und kann rechtzeitig nach alternativen Lösungsansätzen suchen.