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Kompetenzbasierter Hochschulzugang:

B.Sc. Augenoptik/Optometrie - Erleichterung des Übergangs von beruflicher in die hochschulische Bildung für Augenoptikermeister

In den letzten Jahren lassen sich zahlreiche Veränderungen im Mittelstand, insbesondere in den medizinischen Handwerksberufen, beobachten. Der Berufsstand der Augenoptiker ist davon nicht ausgenommen. Erweiterte medizinische Anforderungen, die Entwicklung der Informations- und Kommunikationstechnologien, gesetzliche Änderungen und Gesundheitsreformen haben das Berufsbild der Augenoptiker stark verändert. Es ist mittelfristig zu erwarten, dass auf europäischer Ebene die national noch unterschiedlichen Berufsbilder der Augenoptiker bzw. Optometristen einen Vereinheitlichungsprozess durchlaufen werden, in dessen Verlauf die Qualifi zierungsstufen und -inhalte sowie die einem Augenoptiker zugestandenen Tätigkeiten auf hohem Niveau standardisiert werden. Der Berufstand der Augenoptiker in Deutschland ist zurzeit auf dem Weg von einem handwerksorientierten zu einem akademischen Beruf. Gerade in den letzten Jahren hat sich das Berufsbild immer weiter vom Handwerk in Richtung eines dienstleistenden Gesundheitsberufes gewandelt. Der Berufsverband (ZVA) in Deutschland strebt daher an, wie international üblich, den „Optometristen“ als eigenständiges Berufsbild auf Grundlage eines Hochschulstudiums zu etablieren. In der aktuellen Phase der Neupositionierung wurde dazu eine Qualifizierung für Berufspraktiker zum Optometrist (Hwk oder ZVA) geschaffen. Dieser ist für Augenoptikermeister angelegt, die nicht über eine Hochschulausbildung mit klinisch-optometrischen bzw. medizinischen Inhalten verfügen, um damit beruflichen Praktikern die Möglichkeit eines „Updates“ zu geben. Diese Weiterbildungsmöglichkeit ist zeitlich befristet, solange es die Meisterausbildung in der Augenoptik in Deutschland noch gibt. Zudem soll es beruflichen Praktikern ermöglicht werden, ihr Wissen zu erweitern und in diesem Zusammenhang auch den Einstieg in ein Bachelorstudium zu erreichen. Mittel- und langfristiges Ziel ist in Deutschland die Hochschulausbildung in der Augenoptik/Optometrie, wie diese international üblich ist. Für die EAH Jena und dem ZVA liegt es auf der Hand, dass die derzeit beste Reaktion auf die oben beschriebene Entwicklung ist, ein kombiniertes, ineinander greifendes, berufsbegleitendes Bachelorstudium anzubieten und weiter zu entwickeln.

Die Zielgruppe sind dabei Berufspraktiker mit Abschluss:

  • Augenoptikermeister
  • staatlich geprüfte Augenoptiker

Die Fernstudierbarkeit zum B.Sc. Optometrie als Aufbaustudium für qualifizierte Berufspraktiker stellt folgende Herausforderungen:

  • Extrem heterogene Zielgruppe, insb. stark unterschiedliche theoretische und praktische Vorkenntnisse der Studenten
  • viele unterschiedliche Berufsbilder in dieser Branche

Zur Realisierung des Projektes wurden folgende wesentliche Punkte erarbeitet:

  • Entwicklungskonzept kompetenzbasierter Hochschulzugang für Augenoptikermeister zum Bachelorstudium
  • Augenoptik/Optometrie: Anrechnungsverfahren der Anerkennung von Vorleistungen
  • Aufbau einer E-Learning Plattform: Course-Management-System mit Videos & vertonten und interaktiven PPT’s
  • Ausarbeitung von E-Learning- (E-Learning Module für Theorie) und Präsenzmodulen (Präsenzmodule für Theorie und Praxis)
  • Finalisieren der Module: Anpassung der Module an berufsbegleitende Studierbarkeit im Fernstudium
  • A) Optometrie
  • B) Wissenschaftliche Grundlagen
  • Entwicklungskonzept kompetenzbasierter Hochschulzugang für Augenoptikermeister zum Bachelorstudium
  • Augenoptik/Optometrie: Anrechnungsverfahren der Anerkennung von Vorleistungen
  • Aufbau einer E-Learning Plattform: Course-Management-System mit Videos & vertonten und interaktiven PPT’s
  • Ausarbeitung von E-Learning- (E-Learning Module für Theorie) und Präsenzmodulen (Präsenzmodule für Theorie und Praxis)
  • Finalisieren der Module: Anpassung der Module an berufsbegleitende Studierbarkeit im Fernstudium
  • A) Optometrie
  • B) Wissenschaftliche Grundlagen

Das BMBF-Projekt „Erleichterung des Übergangs von beruflicher in die hochschulische Bildung“ (Förderkennz. ANKOM II W050004) ermöglicht bis Ende 2014 Augenoptikermeistern einen kompetenzbasierten Hochschulzugang an die EAH Jena für ein berufsbegleitendes Bachelorstudium Augenoptik/Optometrie. Die beruflichen Praktiker erhalten eine individuelle Leistungsanerkennung ihrer Meisterqualifikation sowie ihrer beruflichen Praxis und können sich dies mit bis zu 50% für ihr Bachelorstudium der Augenoptik/Optometrie anrechnen lassen. Die Anerkennung erfolgt individuell nach Einzelfallprüfung. Für bestimmte Ausbildungseinrichtungen zur Meisterqualifikation gibt es ein pauschaliertes Anerkennungsverfahren. Über einen Mix aus E-Learning und Präsenzzeiten können sich die Studierenden neben dem Beruf zum Bachelor qualifizieren. Die Inhalte sind modular aufgebaut und werden durch das Interdisziplinäre Kompetenzzentrum Augenoptik, Optometrie und Ophthalmologische Optik (IAO) an der EAH Jena vermittelt. Die Inhalte sind hervorragend abgestimmt auf die Neupositionierung der Augenoptik in Deutschland hin zur Optometrie und der einhergehend verstärkten Gesundheitsdienstleistung nach internationalem Standard. Nur durch eine fachlich richtige Berufsausübung kann sichergestellt werden, dass Menschen mit Störungen des visuellen Systems eine adäquate Versorgung erhalten sowie unsere immer älter werdende Bevölkerung gut sieht und ggf. rechtzeitig in augenärztliche Behandlung kommt.

Ziele der Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen sind:

  • qualifizierte und verantwortungsvolle Befundung bei einer optometrischen Untersuchung
  • kompetente Entscheidung über „auffällig“ oder „nicht auffällig“
  • sichere Empfehlung für eine Sehhilfenversorgung, eine optometrische Versorgung oder Verweisung an einen Arzt
  • Gesundheitsvorsorge und Früherkennung

Die Ernst-Abbe-Fachhochschule übernimmt mit diesem Projekt für die hochschulbasierte Fort- und Weiterbildung in der Augenoptik unter den deutschen Ausbildungseinrichtungen eine wichtige und wegweisende Rolle.