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Ergoptometrie – Optimales Sehen am modernen Bildschirmarbeitsplatz

Im Mai 2012 startete das Projekt „Ergoptometrie: Optimales Sehen am modernen Bildschirmarbeitsplatz„ im Interdisziplinären Kompetenzzentrums Augenoptik, Optometrie und Ophthalmologische Optik (IAO) an der Ernst-Abbe-Hochschule Jena.

Zu Beginn des Projektes stand die Auseinandersetzung mit den rechtlichen Rahmenbedingen im Arbeitsschutz, speziell der Bildschirmarbeitsverordnung und deren umfangreiche Aufarbeitung in der BGI 650 sowie die Arbeitsplatzgestaltung und die Belastungen durch Bildschirmarbeit im Mittelpunkt.

Neben der Literaturrecherche wurde in den ersten Monaten eine Internetplattform aufgebaut, die Augenoptiker und Optometristen sowie Bildschirmarbeiter gleichermaßen ansprechen soll. Die Website www.bildschirmarbeit.info, respektive www.ergoptometrie.de, dient nicht nur als zentrale Informationsquelle für beiden Zielgruppen, sondern stellt auch eine Plattform für aktuelle Veröffentlichungen und der Forschungsentwicklung des Projektes dar. Hierbei wird die Internetpräsenz stetig weiterentwickelt und aktuell gehalten. Eine Verknüpfung mit sozialen Netzwerken ist in den kommenden Wochen angestrebt, um ein breites Publikum auf das Projekt aufmerksam zu machen.

Im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit stellten Herr Prof. Dr. Stephan Degle und Herr Oliver Kolbe auf verschiedenen Tagungen (VDCO ’13, opti forum, Tag der Optometrie 2013, 15. Augenoptisches Kolloquium Jena)  das Projekt sowie Informationen und Ergebnisse rund um das Thema Bildschirmarbeitsplatz vor. Zusätzlich wurden die zwei Veröffentlichungen „Bildschirmarbeit 2.0“ und „Bildschirmarbeit und Myopie“ in Printmedien der Fach- und Publikumspresse platziert.

Als wichtiges Standbein für Forschungstätigkeiten suchten die Projektmitglieder nach Kooperationspartner aus Industrie und Wirtschaft verschiedener Branchen. So konnten insgesamt vierzehn ausgewählte Unternehmen gewonnen werden, die an einer weiteren Zusammenarbeit interessiert sind und Ihre Unterstützung in Form von Letter of Intents zusicherten. Dazu gehören u.a. der Herausgeber der BGI 650 - die Verwaltungs-Berufsgenossenschaft, die Technische Universität Ilmenau, die Universität Bielefeld, der Zentralverband der Augenoptik sowie Eizo als namhafter Hersteller von Büromonitoren.

Zur Vorbereitung einer umfangreichen Studie zur Erfassung relevanter und vor allem realer ergonomischer und optometrischer Messdaten am Bildschirmarbeitsplatz konnte eins der ersten Freisichtrefraktometer Deutschlands, dem Shin-Nippon nVision-K 5001, für Erprobungszwecke gewonnen werden. Der Vorteil dieses Gerätes liegt in dem monokularen Messverfahrens, dass unter binokularen und weitestgehend natürlichen Sehbedingen am Bildschirm durchgeführt werden kann. Um die Tauglichkeit des Gerätes zu überprüfen wurde hierfür eine Vorstudie mit zehn Probanden durchgeführt. Ziel dieser Erprobung war es die Messwerte des Freisichtrefraktometers mit anderen objektiven sowie subjektiven Messmethoden zu vergleichen. Ferner ist es geplant Messreihen über Kontaktlinsen durchzuführen um gegebene sphärische und astigmatische Fehlsichtigkeiten der Probanden zu korrigieren.

Um neben objektiven Messwerten auch subjektive Einschätzungen zu erlangen wurden in den vergangenen Monaten verstärkt an der Entwicklung von Hypothesen und Fragestellungen rund um die Arbeit am Bildschirm und deren Korrektion entwickelt. Im Januar 2013 wurden parallel zwei getrennte Umfragen bundesweit durchgeführt. Dabei diente eine der beiden Umfrage dazu ergoptometrischen Gegebenheiten am Bildschirmarbeitsplatz, die visuellen Beschwerden, den Korrektionszustand sowie den Informationsbedarf zum Thema Bildschirmarbeitsplatzbrille von Bildschirmarbeitern zu erfassen und auszuwerten. Die zweite Umfrage richtete sich hingegen an Augenoptiker und Optometristen um einen Querschnitt über die derzeitige Versorgung der Bildschirmarbeiter zu hinterfragen. Ziel beider Umfragen ist es, aus deren Quervernetzung praxisnahe Handlungsempfehlungen für Augenoptiker sowie den Bildschirmarbeitern abzuleiten und in Fach- beziehungsweise Publikumspresse zu veröffentlichen.

Derzeit beschäftigt sich das Projektteam in erster Linie mit der Durchführung einer umfangreichen Studie zum Thema Kopfbewegungen am Bildschirmarbeitsplatz. Dabei werden Bildschirmarbeiter der Generation 50+ mit universellen Gleitsichtbrillen sowie speziellen Bildschirmbrillen an verschiedenen Displays und einem Tablet-PC definierte Arbeitsaufgaben durchführen. Unter Zuhilfenahme eines Head-Tracking Systems werden dabei die drei translatorischen und rotatorischen Kopfbewegungen der Probanden 21-mal in der Sekunde aufgenommen und ausgewertet. Den teilnehmenden Probanden werden sowohl individualisierte Gleitsicht- als auch Bildschirmbrillen zur Verfügung gestellt.